Besonders in der jungen Generation ist kulturelle Aneignung aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Immer wieder stellt sich die Frage, was man darf und was eben nicht.

Vor zwei Jahren noch verkleidete sich eine Schulfreundin von mir an Karneval als Chinesin. Sie bemalte ihre Augen so, um sie optisch schmaler wirken zu lassen, und trug traditionelle chinesische Kleidung. Nach zwei Jahren sagte sie mir, dass sie heute noch darauf angesprochen wird und dass sie sich damals darüber keine Gedanken gemacht habe.

Auch ich habe mir im Alter von 13 Jahren die Haare zu Braids flechten lassen, trug im Kindesalter Indianerkostüme und liebte es, in andere Rollen zu schlüpfen. Heute wird über dieses Thema einfach anders gesprochen und ich finde das richtig.

Aber genau für diese Generation ist dieses Plakat eben ein Blickfang. Man wird sich denken: Darf der Gestaltende das? Ist das auch eine Form von kultureller Aneignung? Aber Fakt ist: Ja, er oder sie darf. Denn wenn man sich das Konzept genauer anschaut wird klar, dass es sich hierbei um ein Festival handelt, welches sich für indische Künstler*innen stark macht, ihnen Ausstellungsfläche und eine Stimme bietet. Denn in dem Diskurs über kulturelle Aneignung gilt: Wird es von Menschen, die aus indischen Kulturen kommen genutzt, gilt es als Empowerment. Wenn es jedoch von Menschen anderer Kulturkreise genutzt wird, kann es einen negativen Beigeschmack haben, da es auch als Spott verstanden werden kann.

Jung, hipp, provozierend und einfach genial!

Es funktioniert. Es macht Sinn.


Miriam Schüller

Markendesignerin | Junior

Markendesignerin, Allrounder, Werkstudentin. Grafikdesign- und visuelle Kommunikation Studentin. Kreativkopf, Energiebündel, Interior-Enthusiast, reiselustig. Neugierig, rheinische Frohnatur.


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