Alle Jahre wieder heißt es hier in Köln: „Der Zülpicher Platz lässt keine Personen mehr rein“ und Menschenmassen stehen an allen Eingängen des Zülpi’s (so nennt man den Zülpicher Platz in Kölle) und warten nur darauf sich auf den Platz zu stürmen.

Jede Saison werden verschiedene Ideen in der Stadt diskutiert, wie man die Menschenmassen umlenken könnte, um den Hotspot am Zülpi zu entlasten und zu erweitern.

Eine neue Kampagne von koelnistkool, der Memeseite von Köln, gibt jetzt Hoffnung. Plakate, die mit der Aufschrift „Gästeliste Zülpicher“ viele Karnevalisten anlocken, werden enttäuscht, wenn sie den QR Code der Plakate scannen. Die verlinkte Webseite soll abschreckend wirken. Man bekommt eine zeitliche Abfolge dessen präsentiert, was am Zülpicher Platz während des Karnevals passiert. Aber seht selbst!

www.wasfuerrespekt.de

Das Konzept ist herrlich, weil es genau die richtige Zielgruppe erreicht und das auf einem so einfachen Weg. Ich bin sehr gespannt, ob die Kampagne tatsächlich am 11.11 helfen kann. Daher erhält die Kampagne einen eindeutigen „sinnvoll“ Stempel!

Besonders in der jungen Generation ist kulturelle Aneignung aktuell ein heiß diskutiertes Thema. Immer wieder stellt sich die Frage, was man darf und was eben nicht.

Vor zwei Jahren noch verkleidete sich eine Schulfreundin von mir an Karneval als Chinesin. Sie bemalte ihre Augen so, um sie optisch schmaler wirken zu lassen, und trug traditionelle chinesische Kleidung. Nach zwei Jahren sagte sie mir, dass sie heute noch darauf angesprochen wird und dass sie sich damals darüber keine Gedanken gemacht habe.

Auch ich habe mir im Alter von 13 Jahren die Haare zu Braids flechten lassen, trug im Kindesalter Indianerkostüme und liebte es, in andere Rollen zu schlüpfen. Heute wird über dieses Thema einfach anders gesprochen und ich finde das richtig.

Aber genau für diese Generation ist dieses Plakat eben ein Blickfang. Man wird sich denken: Darf der Gestaltende das? Ist das auch eine Form von kultureller Aneignung? Aber Fakt ist: Ja, er oder sie darf. Denn wenn man sich das Konzept genauer anschaut wird klar, dass es sich hierbei um ein Festival handelt, welches sich für indische Künstler*innen stark macht, ihnen Ausstellungsfläche und eine Stimme bietet. Denn in dem Diskurs über kulturelle Aneignung gilt: Wird es von Menschen, die aus indischen Kulturen kommen genutzt, gilt es als Empowerment. Wenn es jedoch von Menschen anderer Kulturkreise genutzt wird, kann es einen negativen Beigeschmack haben, da es auch als Spott verstanden werden kann.

Jung, hipp, provozierend und einfach genial!

Es funktioniert. Es macht Sinn.

Egal ob am Eiffelturm, auf der Brooklyn Bridge oder in einem asiatischen Garten auf Madeira, man findet sie überall.  

Einen gelben Aufkleber mit der Aufschrift: “Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“.Einen gelben Aufkleber mit der Aufschrift: “Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“. Wem dieser Sticker noch nie begegnet ist, sollte sich mal den Instagram Account @netthiergoesinternational anschauen und beim nächsten Mal auf Reisen die Augen offen halten, denn die Sticker sind weit verbreitet.

Ob das so nachhaltig ist, überall Sticker zu verteilen? Nein, sicherlich nicht. Aber ziemlich lustig sind sie schon, wenn man sich vorstellt, dass man auf diese Art und Weise Werbung betreiben kann, die Reichweite generiert. Obwohl Baden-Württemberg nicht zu meinen liebsten Bundesländern gehört, ist es mir dadurch definitiv positiv in Erinnerung geblieben. Funktioniert und ist lustig! Es macht Sinn.