Gestern Abend kam ich von der Arbeit nach Hause und sah schon aus der Entfernung ein „Grablicht“ vor unserer Haustür stehen. Das fand ich zunächst etwas befremdlich … denn Halloween war schon über eine Woche vorbei.

Wenige Sekunden später ging mir aber das entscheidende Licht auf: es war der 9.11. – und damit die Erinnerung an die Reichspogromnacht am 9.11.1938. Denn in unserem Haus wohnten – wie in so vielen in Köln und überall in Deutschland – zu dieser Zeit jüdische Mitmenschen, die unter dem Naziregime verschleppt und in Konzentrationslagern getötet wurden. Ihre Namen und Daten sind in den „Stolpersteinen“ verewigt.

Die aufgestellte Kerze setzte ein zusätzliches Zeichen und sorgte für frische Aufmerksamkeit: Für die Leiden der Juden im Dritten Reich und leider auch heute. Ein kleines Mahnmal an einem dunklen Herbstabend, im Kleinen und Großen für Frieden in der Welt zu sorgen. Eine sinnvollere Kommunikation im öffentlichen Raum kann ich mir gerade kaum vorstellen.

Der Kölner ist ja für seinen Humor bekannt. Aber beim Öffentlichen-Personen-Nahverkehr hört in der Regel der Spaß auf.

Nicht so bei der KVB. Ich bleibe immer wieder an den aktuellen Sprüchen auf den Bahnen hängen und muss grinsen. Das ist nur ein Beispiel von vielen, die ich aber bestimmt nur fehlerhaft zitieren könnte, deshalb lasse ich es an dieser Stelle.

Aber der KVB, der Agentur und vor allen Dingen dem Texter zolle ich meinen tiefen Respekt. Danke für die Aufheiterung im oft auch in Köln tristen Alltag. Deshalb gibt es hier ein SINNVOLL.

Ich war nach sehr langer Zeit einmal wieder geschäftlich unterwegs und entdeckte im Vorbeigehen dieses Banner.

Klare Positionierung, klares Nutzenversprechen, sehr klarer Name. Einfacher geht es nicht. Schade, dass es für uns – als Positionierungs- und Markenagentur – nichts zu tun gibt. Gleichzeitig hoffe ich aber, dass sich nicht allzu viele Menschen an dieses Unternehmen wenden müssen und wünsche stattdessen allzeit: GUTEN FLUG. Aus kommunikativer Sicht bekommt dieses Beispiel von mir den Sinnvoll-Stempel.

Am Montag schlenderte ich über die Messe K in Düsseldorf, „The World’s No. 1 Trade Fair for Plastics and Rubber“. Alle großen und kleinen Namen der chemischen Industrie und des Maschinenbaus waren hier vertreten.

Aber was in Sachen Kommunikation und Kreation auf mich einprasselte, war alles andere als „The World’s No. 1“. Selten wurde ich so oft eingeladen „together“ die „future“ zu „shapen“. Leute, ich weiß, dass so ein Messeauftritt jede Menge Geld kostet. Gleichzeitig ist man als Aussteller selten so intensiv dem Wettbewerbsvergleich ausgesetzt.

Umso wichtiger ist es doch, seine Botschaften und Messeslogans nicht aus dem Phrasengenerator zu ziehen, sondern sich etwas mehr Mühe zu geben. Denn so bleibt man als Aussteller tatsächlich keinem Besucher nachhaltig in Erinnerung. Und damit war diese Investition verschwendet und die Marketingaktion sinnlos.